Rehabilitationsphasen

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Neurologische Patienten können, in Abhängigkeit ihres individuellen Rehabilitationsstands, in der Fachklinik Waldeck die Phasen B, C und D durchlaufen.

Orthopädische Patienten durchlaufen nur die Anschlussheilbehandlung (Phase D), die stationär oder teilstationär erfolgen kann.

 

Frührehabilitation (FR) – Phase B

In der Phase der Frührehabilitation erfolgt die Aufnahme bewusstloser oder schwer bewusstseinsgestörter Patienten. Dazu gehören u.a. Patienten mit einem „appallischen Durchgangssyndrom“ (Wachkoma).
Viele dieser Patienten sind noch im beatmungspflichtigen Zustand. Es besteht häufig noch keine Kommunikationsfähigkeit und auch keine Kooperationsfähigkeit.
Hauptziel ist es, den Patienten ins bewusste Leben zurück zu holen und somit die Grundlage für eine kooperative Mitarbeit im Rehabilitations-prozess zu schaffen. Bei beatmungspflichtigen Patienten stellt das Weaning (Beatmungsentwöhnung) ein wichtiges Therapieziel dar. Häufig ist auch die Dysphagiebehandlung (Schluckstörung) ein weiterer Behandlungsschwerpunkt.
Neben einer intensiven ärztlichen Therapie, die eine intensivmedizinische Überwachung der Patienten einschließt, stehen deshalb umfangreiche therapeutische Behandlungen sowie Maßnahmen der therapeutischen Pflege im Vordergrund der Patientenbetreuung. Die aktivierende therapeutische Pflege erfolgt in enger Abstimmung mit den speziellen Behandlungen der Therapeuten. Grundlage hierfür sind insbesondere das Bobath- und Affolterkonzept sowie das Konzept der Basalen Stimulation und der Kinästhetik.
Zugrunde liegt die Erkenntnis, dass nur bei frühestmöglichem Therapiebeginn die Chancen einer Wiedererlangung weitestgehender Funktionstüchtigkeit der gestörten Fähig- und Fertigkeiten ausgeschöpft werden können.
Die Patienten werden von einem speziellen Team aus Ärzten, Pflegepersonal und Therapeuten betreut. Die Behandlungsergebnisse werden wöchentlich im Team besprochen und weitere Ziele festgelegt. Als wesentliches Assessmentverfahren kommt der FR- Barthel-Index nach Schönle zur Anwendung.
Die Beatmung erfolgt über Heimbeatmungsgeräte, um eine bessere Mobilität des Patienten im Rahmen der Behandlungen zu ermöglichen.

Für Patienten der Phase B, die nach Entlassung weiterhin auf intensive pflegerische Betreuung angewiesen sind, besteht die Möglichkeit der Aufnahme in das Haus der Betreuung und Pflege (Phase F).

 


Postprimäre Rehabilitation (PPR) - Phase C   

Im Bereich der postprimären Rehabilitation werden Patienten aufgenommen, die überwiegend bewusstseinsklar sind und in kooperativer Weise täglich an mehreren Therapiemaßnahmen teilnehmen können. Sie sind bei der Bewältigung der Aktivitäten des täglichen Lebens jedoch überwiegend noch auf fremde Hilfe angewiesen.

Vorrangiges Behandlungsziel in dieser Phase ist deshalb die Erreichung einer weitgehenden Selbständigkeit bei der Verrichtung der Aktivitäten des täglichen Lebens.
Grundlegende motorische und neuropsychologische Funktionen sollen wieder hergestellt, der Patient für seine Rehabilitation motiviert und zur Mitarbeit gewonnen werden.
Der Patient durchläuft auf Grundlage seiner individuellen Voraussetzungen und seiner Therapieziele ein mit ihm und dem Behandlungsteam (Arzt, Therapeuten und Pflege) abgestimmtes Behandlungsprogramm. Aufgrund von Zielerreichungskontrollen werden Behandlungsziele in Teambesprechungen aktualisiert bzw. neu formuliert.


Anschlussheilbehandlung (AHB) - Phase D

Die Patienten sind in der AHB weitestgehend selbständig, vollständig kooperationsfähig und bereit, am Rehabilitationsgeschehen aktiv mitzuwirken.

Wesentliches Behandlungsziel ist die vollständige Wiederherstellung bzw. bestmögliche Kompensation noch gestörter Funktionen, um die soziale und ggf. berufliche Reintegration vorzubereiten. Zugleich geht es auch um die Stärkung der physischen und psychischen Belastbarkeit der Patienten als Grundlage für die Bewältigung ihres Alltags. Dazu gehört auch die Tolerierung eventuell andauernd verbleibender Funktionseinschränkungen.

In begründbaren Fällen besteht für die Fachklinik die Möglichkeit, Patienten direkt aus der Häuslichkeit zur Heilbehandlung aufzunehmen.
Durch Vereinbarungen der Fachklinik mit allen gesetzlichen Krankenkassen ist die wiederholte stationäre Aufnahme – innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens - möglich, wenn dadurch Behinderungen gemindert oder Pflegebedürftigkeit verhindert werden kann.
Eine weitere Besonderheit ergibt sich aus der möglichen Flexibilisierung der AHB – Maßnahme für Patienten der GKV. Die Gesamtzahl der genehmigten Behandlungstage variiert nach Prüfung der rehabilitationsmedizinischen Zweckmäßigkeit und in Absprache mit dem Patienten zwischen 18 und 27 Tagen stationären Aufenthaltes. Die in diesem Modell praktizierten Zwischenentlassungen am Wochenende führen zu einer Verlängerung der fachspezifischen Behandlungszeit. In der Häuslichkeit erfahren die Patienten oft, woran sie zur selbständigen Gestaltung ihres Alltags noch arbeiten müssen. So dient die Flexibilisierung der Konkretisierung von Behandlungszielen, der Motivation sowie der Vorbeugung reaktiver Verstimmungen.

Am Ende der AHB werden mit dem Patienten individuell erstellte Hausübungsprogramme eingeübt, die von der Fachklinik entwickelt wurden. Damit soll der Rehabilitationserfolg auf möglichst lange Sicht gewährleistet werden. Des Weiteren werden Empfehlungen für notwendige Behandlungen nach der stationären Rehabilitation ausgesprochen und Kontaktadressen z.B. für Selbsthilfegruppen vermittelt.