Allgemeines

Die Infektionsprävention spielt eine wichtige Rolle im Rahmen der medizinischen Versorgung unserer Patienten. Alle Mitarbeiter sind mit der Umsetzung von hygienesichernden Maßnahmen vertraut und werden zudem regelmäßig zu Hygienefragen geschult.

Zum  speziellen Team der Hygiene gehören:

-         die Ärztliche Direktorin, als Leiterin der Hygienekommission,

-         der hygienebeauftragte Arzt ( mit Ausbildung)

-         die Hygienefachkraft

-         hygienebeauftragte Pflegekräfte und

-         der extern beratende Krankenhaushygieniker Prof. Dr. med. Dr. rer. Nat. Andreas Podbielski, Facharzt für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene

Zudem haben alle Therapieabteilungen einen hygienebeauftragten Mitarbeiter benannt.

Die Hygienekommission tagt mindestens 2x im Jahr.

 

Hinweise bei multiresistenten Keimen wie z.B. MRSA  (basierend auf den Empfehlungen des LAGuS MV)

 

Was ist MRSA?

  • MRSA =  Methicillin resistenter Staphylococcus aureus
  • Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, das die Haut und/oder die Schleimhäute besiedeln kann ohne krank zu machen (=Trägertum). Das „Trägertum“ stellt kein gesundheitliches Problem für Sie und Ihren Angehörigen dar. Allerdings können diese Bakterien unter bestimmten Voraussetzungen zu Erkrankungen führen. Bei Menschen, die abwehrgeschwächt sind, kann der Keim bspw. zu Entzündungen in Wunden, an Eintrittspforten von Kathetern oder in den oberen Atemwegen führen. In seltenen Fällen kann es auch zum Übergang des Erregers in die Blutbahn kommen und eine lebensbedrohliche Blutstrominfektion (Sepsis) entsteht.
  • Methicillin ist ein typischerweise gegen Staphylococcus aureus gut wirksames Antibiotikum.
  • Resistent bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Bakterium eine Widerstandsfähigkeit gegen dieses Antibiotikum erlangt hat.
  • Bei MRSA handelt es sich also um Bakterien der Art Staphylococcus aureus, gegen die das Antibiotikum Methicillin nicht mehr wirksam ist. Meist ist die Methicillin-Resistenz mit Unwirksamkeit gegen viele andere Antibiotika verknüpft. Im Falle einer behandlungsbedürftigen Erkrankung durch dieses Bakterium bleiben daher nur noch einige wenige Antibiotika zur Behandlung übrig. MRSA können, ohne krank zu machen, auf der Haut und/oder Schleimhäuten sitzen und von allein verschwinden, ohne jemals vom Träger bemerkt zu werden. Es kann aber auch sein, dass diese Trägerschaft andauert und aus der Besiedlung eine Erkrankung wird (z.B. durch Änderung des Immunstatus aufgrund einer Operation o.ä.).

 

Empfohlene Maßnahmen bei MRSA-Trägertum im häuslichen Bereich:

Außerhalb des Krankenhauses (im häuslichen Bereich) sind Sie meistens von gesunden Menschen umgeben. Für diese Menschen stellt der MRSA keine Gefahr dar. Aus diesem Grund sind zu Hause keine besonderen Maßnahmen nötig. Lediglich bei Kontaktpersonen mit offenen Wunden oder Hautekzemen sowie bei schwerstkranken Angehörigen (stark abwehrgeschwächt) und bei Neugeborenen kann es zu einer Infektion mit MRSA kommen. Daher sollten mit diesen gefährdeten Personen enge Berührungskontakte während der Zeit Ihres MRSA-Trägertums vermieden werden (bzw. Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, besprechen Sie diese mit Ihrem Hausarzt).

Personen die beruflich am Patienten (Pflegeberufe, ärztliche Tätigkeit) arbeiten, sollten den Kontakt mit MRSA-Kolonisierten ihrem Vorgesetzten mitteilen, um ggf. Schutzmaßnahmen treffen zu können.

 

Verhaltensmaßnahmen bei multiresistenten Keimen während des Klinikaufenthaltes:

Warum muss der Patient isoliert werden?

Im Krankenhaus treffen viele Patienten mit einem z.B. durch Operationen, künstliche Beatmung oder chronische Wunden stark geschwächten Immunsystem aufeinander. Falls eine Übertragung des Keimes auf die Risikopatienten stattfindet, können lebensbedrohliche Infektionen die Folge sein. Deshalb ist man gezwungen, einen hohen personellen und zeitlichen Aufwand zu betreiben, um Krankhausinfektionen zu verhindern. Zu diesen Maßnahmen gehört auch die Isolierung von Patienten mit multiresistenten Erregern.

 

Wie wird der Keim übertragen?

Die Übertragung erfolgt fast immer durch einen wiederholten engen körperlichen Kontakt mit dem Patienten. Hierbei spielen die Hände als Übertragungsweg eine große Rolle.

 

Wie kann ich als Angehöriger dafür sorgen, dass ich nicht zu einer Verteilung des Keimes mit beitrage?

Befolgen Sie bitte die Anweisungen des Pflegepersonals bezüglich der Hygienemaßnahmen.

-         Vor Betreten der Station desinfizieren Sie sich bitte Ihre Hände (Spender im Eingangsbereich der Station). Die Spender dabei bitte immer mit dem Unterarm oder Ellenbogen bedienen.

-         Vor Betreten des Patientenzimmers bitte die auf den Isolierungstafeln gekennzeichnete Schutzkleidung (z.B. Handschuhe, Mundschutz und Schutzkittel) anlegen.

-         Bitte vermeiden Sie in der Isolationszeit einen engeren Kontakt, wie z. B. Umarmen.

-         Vor dem Verlassen des Zimmers bitte die Handschuhe, Mundschutz und Schutzkittel in den dafür vorgesehenen Behälter im Zimmer abwerfen. Dann bitte eine ausgiebige Händedesinfektion durchführen. Spender befinden sich an der Wand im Zimmer. Vor dem Patientenzimmer ist eine erneute Händedesinfektion durchzuführen.

-         Vor dem Verlassen der Station ebenfalls bitte die Händedesinfektion vornehmen.

-         Bitte achten Sie beim Verlassen des Zimmers mit dem Patienten darauf, dass dieser eine vollständige Schutzkleidung trägt (Kittel, Handschuhe, Mundschutz).

-         Gehen Sie bitte nicht mit Ihrem betroffenen Patienten in die Cafeteria, sofern dieser Träger einer Trachealkanüle ist, da dann das Risiko der Keimübertragung zu hoch ist.

-         In der Cafeteria nutzen Sie bitte am Wochenende die separaten Sitzmöglichkeiten vor der Krankengymnastik. Beim Kauf von Speisen und Getränken lassen Sie sich bitte Einweggeschirr von unserer Cafeteria-Mitarbeiterin für die Person mit multiresistenten Keimen geben und entsorgen Sie dieses bitte im separaten Mülleimer.

 

Wie unterstütze ich als Angehöriger die Keimsanierung?

Um eine vollständige Keimsanierung beim Patienten zu unterstützen, ist es notwendig, dass der Patient jeden Tag frische Kleidung trägt.  Benutzte Kleidungsstücke müssen in einem geschlossenen Beutel transportiert und bei mindestens 60 Grad Celsius oder mit einem speziellen Waschmittel mit Bleiche bei 40 Grad Celsius gewaschen werden. Der Rücktransport der frischen Wäsche muss in einem neuen Beutel erfolgen, um eine Rekontamination zu vermeiden.

 

Bei Fragen berät Sie unsere Hygienefachkraft Frau J. Stoll gern. Telefonische Terminvereinbarungen bitte unter 03844/ 880883.